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Beruf und Pflege unter einem Hut?

Volkswagen Stiftung fördert Projekt an der TU Dortmund mit 400.000 €

Strategien zur nachhaltigen Sicherung zukünftiger Pflege- und Produktivitätspotenziale in einer alternden Gesellschaft in Europa stehen im Mittelpunkt eines Forschungsprojekts an der TU Dortmund, für das Professorin Dr. Monika Reichert, Soziale Gerontologie mit dem Schwerpunkt Lebenslaufforschung an der Technischen Universität Dortmund jetzt eine Förderung in Höhe von 400.000 € von der Volkswagen Stiftung erhält.

In einer älter werdenden Gesellschaft sind immer mehr Menschen auf Betreuung und Hilfe angewiesen. Angehörige müssen die häusliche Pflege dabei häufig mit der eigenen Berufstätigkeit vereinbaren – eine oftmals schwierige und belastende Situation. Professorin Monika Reichert von der Technischen Universität Dortmund möchte mit ihren Kooperationspartnern aus Deutschland (Dr. Hanneli Döhner, Universität Hamburg, Prof. Dr. Gerhard Bäcker, Universität Duisburg-Essen) England (Dr. Andreas Hoff, Universität Oxford) Italien (Dr. Giovanni Lamura, Italienisches Zentrum für Alternsforschung, Ancona) und Polen (Dr. Jolanta Perek-Bialas, Universität Krakau) zeigen, dass eine konfliktarme Vereinbarung von Beruf und Pflege möglich ist, wenn sie von entsprechenden betrieblichen wie sozialpolitischen Maßnahmen flankiert wird. So kann nicht nur eine zukunftsgerichtete, nachhaltige Pflegeversorgung gesichert werden; auch Produktivitätspotenziale in Form hoch motivierter Arbeitskräfte lassen sich erschließen.

Zur Entwicklung solch neuer Konzepte, die eine bessere Koordination gewährleisten, sind nach Meinung des Forscherteams gemeinsame Anstrengungen aller beteiligten Akteure erforderlich – insbesondere der erwerbstätigen Pflegenden und der Arbeitgeber. Außerdem interessieren sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Blick auf mögliche „Best-practice“-Modelle für Erfahrungen, die in anderen Ländern bereits gemacht wurden. Daher möchten sie individuelle und betriebliche Vereinbarungsstrategien in Deutschland, Großbritannien, Italien und Polen vergleichen.

Ergänzend wollen die Projektpartner Fachliteratur, Betriebsvereinbarungen und Tarifverträge auswerten. Leitfadeninterviews, die sie mit Betroffenen und betrieblichen Experten in den vier Ländern führen, runden diesen Teil der Arbeit ab. In Deutschland planen die Forscher zehn vertiefende Betriebsfallstudien in Unternehmen, die von den deutschen Projektbeteiligten schon 1995 untersucht wurden. An den geplanten Untersuchungen sind Psychologen, Gerontologen, Ökonomen, Soziologen und Medizinsoziologen beteiligt.

Weitere Informationen:

Technische Universität Dortmund
Soziale Gerontologie und Lebenslaufforschung
Prof. Dr. Monika Reichert
Telefon: 0231 755 2824
E-Mail: mreichert@fb12.uni-dortmund.de